Aus dem Karl-Schütze-Heim wird das Karl-Schütze-Haus


Seit der Gründung vor 60 Jahren tragen die Wohnangebote in Merkendorf den Namen Karl-Schütze-Heim. Der Name geht auf den Gründer zurück und ist damit Teil unserer Geschichte. Im Jubiläumsjahr haben wir uns gemeinsam mit dem Vorstand der Stiftung, der die Gebäude gehören, entschieden, diesen Namen zu verändern: Aus dem Karl-Schütze-Heim wird das Karl-Schütze-Haus.

Ein neuer Name für ein verändertes Verständnis

Als das Karl-Schütze-Heim gegründet wurde, war „Heim“ eine gängige Bezeichnung für eine Einrichtung. Seitdem hat sich die Eingliederungshilfe weiterentwickelt – und mit ihr unser Verständnis davon, wie Menschen mit Assistenzbedarf leben und begleitet werden.

Heute sehen wir unsere Angebote in Merkendorf nicht in erster Linie als Institution und in der Versorgung, sondern als das Zuhause der Menschen, die hier leben. Ein Ort, an dem Menschen ihren Alltag gestalten, Entscheidungen treffen, Beziehungen leben und sich zu Hause fühlen. Den Begriff „Heim“ würden wir für unser eigenes Zuhause (außerhalb einer Einrichtung) nicht verwenden. Warum also für das Zuhause von Menschen, die von uns unterstützt werden?
Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff "Wohngruppe". Auch diese Bezeichnung findet sich ausschließlich in Einrichtungen wieder. 
Wir wollen zu der Bezeichnung Wohngemeinschaft übergehen, da dieser nicht institutionell geprägt ist.

Mit der Umbenennung möchten wir unserem Verständnis Ausdruck geben. In unserer Arbeit setzen wir uns kritisch mit institutionell geprägten Strukturen und Abläufen auseinander: Wie können wir unsere Angebote personenzentriert gestalten? Welche Wohnformen ermöglichen ein möglichst selbstbestimmtes Leben? Wie gewährleisten wir, dass wir die einzelne Person sehen und nicht wie Abläufe für eine Gruppe von Menschen am praktikabelsten sind? 

Deshalb ist es uns wichtig, bewusst zu prüfen, ob unsere Bezeichnungen noch zu dem passen, wie wir heute arbeiten und was uns wichtig ist.
Wenn wir Begriffe verändern, geht es nicht darum, unsere Geschichte zu vergessen oder einzelne Wörter grundsätzlich abzuwerten. Es geht darum, bewusst zu prüfen, ob unsere Bezeichnungen noch zu dem passen, wie wir heute arbeiten und was uns wichtig ist.
Deshalb freuen wir uns, wenn ihr diese Entscheidung nachvollziehen und mitgehen könnt.